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# Mythen-Check
- URL: https://csc.do/praevention/wissen/mythen-check/
- Published: 2026-09-28T08:05:00.000Z
- Updated: 2026-09-28T17:44:42.000Z
- Description: Über Cannabis kursieren viele Sätze, die sich hartnäckig halten. Wir haben zwölf davon an Studien und Fachquellen geprüft.
- Author: Dominik De Marco
- Tags: Ergänzungen, #wissen

- Die meisten Annahmen halten der Prüfung nicht stand.
- Manches ist ungeklärt. Dann sagen wir das.
- Jede Einordnung hat eine Marke: stimmt nicht, nicht belegt, Ursache offen, erste Hinweise oder gut belegt.

## „Cannabis macht nicht abhängig.“

stimmt nicht

Etwa 9 % aller Menschen, die jemals Cannabis genommen haben, entwickeln eine cannabisbezogene Störung. Das BIÖG spricht von etwa einer von acht Personen mit Konsum, die abhängig wird. Wie Abhängigkeit entsteht, steht im Modul [Wie Abhängigkeit entsteht](https://csc.do/praevention/wissen/wie-abhaengigkeit-entsteht/).

## „Nur am Wochenende, da passiert nichts.“

stimmt nicht

Das Risiko, abhängig zu werden, steigt, wenn jemand einmal oder mehrmals pro Woche konsumiert. Die Häufigkeit gilt als Risikofaktor. Das Wochenende schützt also nicht, wenn es jedes Wochenende ist.

## „Indica macht müde, Sativa wach.“

nicht belegt

Eine Auswertung von fast 90.000 Proben aus sechs US-Bundesstaaten fand: Die Bezeichnungen passen nicht verlässlich zur chemischen Zusammensetzung. Werbung, die „Indica“ als beruhigend und „Sativa“ als belebend verkauft, halten die Forschenden deshalb für nicht haltbar.

## „CBD hebt die Wirkung von THC auf.“

stimmt nicht

In einer kontrollierten Studie schützte CBD in den Mischungsverhältnissen, die in Produkten üblich sind, nicht vor den akuten Folgen von THC: weder vor Gedächtnisproblemen noch vor psychotischen Symptomen. Ob mehr CBD das Psychoserisiko auf Dauer senkt, ist laut BIÖG weniger eindeutig belegt.

## „Schädlich ist nur der Tabak im Joint.“

stimmt nicht

Cannabisrauch enthält etwa so viel Teer wie Tabakrauch. Wer regelmäßig raucht, hat häufiger Husten und andere Beschwerden an den Atemwegen. Tabak kommt obendrauf: Er erhöht das Risiko für Lungenkrebs und für eine Abhängigkeit von beiden Stoffen.

## „Wer früh anfängt, riskiert mehr.“

gut belegt

Das stimmt. Ein junges Alter beim ersten Konsum ist ein besonderer Risikofaktor für eine cannabisbezogene Störung. Mehr dazu im Modul [Warum das Alter zählt](https://csc.do/praevention/wissen/warum-das-alter-zaehlt/).

## „Mehr THC macht nur stärker, nicht riskanter.“

stimmt nicht

Je höher der THC-Gehalt, desto höher das Psychoserisiko. Nach dem BIÖG wird ein Horrortrip bei hohem THC-Gehalt außerdem viel wahrscheinlicher.

## „Zu viel ist harmlos, dann schläft man halt ein.“

stimmt nicht

Dass jemand allein an zu viel Cannabis stirbt, ist sehr selten. Harmlos ist zu viel trotzdem nicht: Angst, Panik, Verwirrtheit und Herzrasen sind möglich, und wer eine Vorerkrankung an Herz oder Kreislauf hat, ist besonders gefährdet. Bei Essbarem setzt die Wirkung spät ein, das macht eine Überdosierung leichter. Für Kinder besteht akute Vergiftungsgefahr. Was dann hilft, steht im Modul [Wenn es zu viel wird](https://csc.do/praevention/wissen/wenn-es-zu-viel-wird/).

## „Cannabis ist die Einstiegsdroge.“

stimmt nicht

Die meisten, die Cannabis nehmen, steigen nicht auf andere Drogen um. Das Bundesverfassungsgericht hielt schon 1994 fest, die Auffassung, Cannabis habe eine „Schrittmacherfunktion“ auf härtere Drogen hin, werde überwiegend abgelehnt. Einen möglichen Umstieg führte es eher auf den gemeinsamen Schwarzmarkt zurück, auf dem Cannabis und harte Drogen oft von denselben Leuten verkauft werden. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen nennt die These heute nicht mehr haltbar. Dass viele Menschen, die andere Drogen nehmen, früher Cannabis genommen haben, erklären zum Teil gemeinsame Risikofaktoren wie Veranlagung, belastende Erlebnisse oder Stress. Einen eigenen Beitrag von Cannabis hat die Forschung nicht nachgewiesen.

Wir sehen es so: Wenn man überhaupt von Einstiegsdrogen sprechen will, dann eher von Nikotin, Koffein und Alkohol. Sie sind legal, überall zu haben und begegnen den meisten Menschen früher als Cannabis.

## „Kiffen macht dauerhaft dumm.“

erste Hinweise

Im Rausch und bei regelmäßigem Konsum leiden vor allem Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Diese Einschränkungen scheinen nach dem Aufhören wieder zu vergehen. Dauerhafte Einschränkungen zeigen bisher nur einzelne Studien, vor allem bei Beginn im Jugendalter.

## „Cannabis hilft beim Schlafen.“

nicht belegt

Eine Übersichtsarbeit aus 18 Studien fand: Cannabis beeinflusst den Schlaf überwiegend negativ. Ob man schneller einschläft, war nicht eindeutig. Wer zum Einschlafen konsumiert, schläft beim Aufhören oft erst einmal schlechter.

## „Wenn ich mich klar fühle, kann ich fahren.“

stimmt nicht

In einer Fahrsimulator-Studie fühlte sich nach eineinhalb Stunden fast die Hälfte der Teilnehmenden wieder fahrtüchtig, fuhr aber messbar schlechter als die Vergleichsgruppe. Die kanadische Gesundheitsbehörde schreibt, dass die Beeinträchtigung länger als 24 Stunden anhalten kann. Was rechtlich gilt, steht im Modul [Straßenverkehr und Recht](https://csc.do/praevention/wissen/strassenverkehr-und-recht/).

## Quellen

- [Bundesministerium für Gesundheit (2017): Kurzbericht „Cannabis: Potenzial und Risiken“ (CaPRis)](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5%5FPublikationen/Drogen%5Fund%5FSucht/Berichte/Kurzbericht/171127%5FKurzbericht%5FCAPRis.pdf)
- [cannabispraevention.de (BIÖG): Gesundheitliche Aspekte](https://www.cannabispraevention.de/jugendliche/gesundheitliche-aspekte/)
- [Smith, Vergara, Keegan, Jikomes (2022): The phytochemical diversity of commercial Cannabis in the United States, PLOS ONE](https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0267498)
- [Englund u. a. (2023): Does cannabidiol make cannabis safer? Neuropsychopharmacology, Eintrag der University of Bath](https://researchportal.bath.ac.uk/en/publications/does-cannabidiol-make-cannabis-safer-a-randomised-double-blind-cr/)
- [drugcom.de (BIÖG, 2023): Empfehlungen zur Reduzierung des Psychose-Risikos bei Cannabiskonsum](https://www.drugcom.de/news/empfehlungen-zur-reduzierung-des-psychose-risikos-bei-cannabiskonsum/)
- [drugcom.de (BIÖG): Drogenlexikon, Eintrag Cannabis, Stand Januar 2026](https://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-c/cannabis/)
- [drugcom.de (BIÖG, 2022): Kann Cannabis tödlich sein? (Rock u. a. 2022)](https://www.drugcom.de/news/kann-cannabis-toedlich-sein/)
- [BIÖG (2025): Informationen zu Cannabis, Infoblatt für Mitglieder von Anbauvereinigungen](https://www.infos-cannabis.de/fileadmin/landingpage%5Finfos-cannabis/Infoblatt%5FCannabis-Anbauvereinigungen%5F022025.pdf)
- [Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 9\. März 1994, 2 BvL 43/92 u. a. (BVerfGE 90, 145), Rn. 149](https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv090145.html)
- [NIDA (2024): Is marijuana a gateway drug?](https://nida.nih.gov/publications/research-reports/marijuana/marijuana-gateway-drug)
- [DHS und BZgA: Basisinformationen Cannabis](https://www.dhs.de/fileadmin/user%5Fupload/pdf/Broschueren/Basisinfo%5FCannabis.pdf)
- [drugcom.de (BIÖG, 2025): Cannabis ist keine Hilfe bei Schlafproblemen (Costa u. a. 2025)](https://www.drugcom.de/news/cannabis-ist-keine-hilfe-bei-schlafproblemen/)
- [drugcom.de (BIÖG, 2009): Schlafprobleme bei Cannabisabstinenz (Bolla u. a. 2008)](https://www.drugcom.de/news/schlafprobleme-bei-cannabisabstinenz/)
- [drugcom.de (BIÖG, 2022): Cannabiskonsumierende überschätzen Fahrtüchtigkeit nach dem Kiffen (Marcotte u. a. 2022)](https://www.drugcom.de/news/cannabiskonsumierende-ueberschaetzen-fahrtuechtigkeit-nach-dem-kiffen/)
- [Health Canada (2023): Cannabis impairment and safety risk](https://www.canada.ca/en/health-canada/services/drugs-medication/cannabis/health-effects/impairment-safety-risk.html)