> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://csc.do/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# Warnzeichen erkennen
- URL: https://csc.do/praevention/wissen/warnzeichen-erkennen/
- Published: 2026-09-23T08:06:00.000Z
- Updated: 2026-09-25T10:25:56.000Z
- Description: Problematischer Konsum entwickelt sich meist schleichend. Warnzeichen sind zum Beispiel, dass Pläne zum Reduzieren scheitern, Pflichten liegen bleiben und der Konsum immer mehr Raum einnimmt. Wer mehrere Zeichen bei sich erkennt, sollte mit einer Fachstelle sprechen.
- Author: Dominik De Marco
- Tags: Risiken kennen, #wissen, #icon-auge

## Wie Probleme entstehen

Nicht alle, die Cannabis konsumieren, bekommen Probleme. Ob es dazu kommt, hängt von der Person, der Substanz und dem Umfeld ab. Das Risiko steigt, wenn Cannabis gezielt eingesetzt wird, um abzuschalten, Gefühle zu dämpfen oder Probleme zu vergessen. Mehr dazu im Modul [Wie Abhängigkeit entsteht](https://csc.do/praevention/wissen/wie-abhaengigkeit-entsteht/).

## Zeichen, auf die du bei dir achten kannst

Fachleute beschreiben eine Cannabiskonsumstörung anhand von elf Kriterien aus dem DSM-5, dem Klassifikationssystem der amerikanischen Psychiatrie. In Alltagssprache:

### Kontrolle

- Du konsumierst mehr oder länger, als du vorhattest.
- Du willst weniger konsumieren oder aufhören, schaffst es aber nicht.
- Beschaffen, Konsumieren und Erholen kosten viel Zeit.
- Du hast ein starkes Verlangen nach Cannabis.

### Alltag und Beziehungen

- Pflichten in Arbeit, Ausbildung oder Familie bleiben liegen.
- Du konsumierst weiter, obwohl es deshalb Streit oder Probleme mit anderen gibt.
- Hobbys, Freundschaften oder Sport treten zurück.

### Risiko

- Du konsumierst in gefährlichen Situationen, etwa vor dem Autofahren.
- Du konsumierst weiter, obwohl du merkst, dass es dir körperlich oder psychisch schadet.

### Körper

- Du brauchst mehr, um die gleiche Wirkung zu spüren.
- Ohne Cannabis geht es dir schlecht (Entzug, siehe unten).

## Wie Fachleute das einordnen

Treffen innerhalb von zwölf Monaten zwei bis drei dieser Punkte zu, sprechen Fachleute von einer leichten Störung, bei vier bis fünf von einer mittleren und ab sechs von einer schweren. Eine Diagnose stellen nur Ärztinnen und Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Die Liste hilft dir aber, ehrlich hinzuschauen.

## Entzug

Wer lange und viel konsumiert hat, kann beim Aufhören oder Reduzieren Entzugszeichen spüren: Reizbarkeit, innere Unruhe, Nervosität, Schlafprobleme, weniger Appetit, gedrückte Stimmung und körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schwitzen. Das ist unangenehm, aber ein Zeichen dafür, dass sich der Körper wieder umstellt.

## Wenn du Zeichen bei anderen bemerkst

Was anderen auffallen kann

**Schule, Ausbildung, Arbeit**Die Leistungen werden plötzlich schlechter, häufiges Fehlen oder Zuspätkommen.

**Freundeskreis**Er verändert sich, es gibt Probleme mit Freundinnen und Freunden.

**Familie**Es gibt mehr Probleme zu Hause.

**Freizeit**Interessen und Hobbys werden aufgegeben.

**Stimmung**Schwankungen, Rückzug, Lustlosigkeit, Gleichgültigkeit.

**Heimlichkeit**Lügen oder Ausreden, um den Konsum zu verbergen.

Solche Zeichen können auch andere Ursachen haben. Sie sind ein Anlass für ein Gespräch, keine Diagnose.

Quellen: cannabispraevention.de (BIÖG), Typische Anzeichen einer Sucht; BIÖG, Elterninfo Cannabis 2025.

Sprich in einem ruhigen Moment an, was du beobachtest, ohne Vorwürfe. Frag nach und hör zu. Beratungsstellen beraten auch Angehörige und den Freundeskreis.

Wann du Hilfe dazuholst

1. Du machst dir Sorgen**Ansprechen**In einem ruhigen Moment, ohne Vorwurf. Wie das gelingt, steht im Modul [Sorge ansprechen](https://csc.do/praevention/wissen/sorge-ansprechen/).
2. Die Probleme wachsen**Beratung einschalten**Wenn Geld, Arbeit, Schule oder Beziehungen leiden oder Versuche aufzuhören scheitern. Beratung gibt es auch für Angehörige.
3. Krise oder Lebensgefahr**Sofort Hilfe holen**TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, rund um die Uhr und kostenfrei. Im Notfall 112.

Quellen: Gesprächsleitfaden im Schutzkonzept des Vereins; DHS, Suchtberatung; TelefonSeelsorge.

## Was du tun kannst

Mach den [Selbsttest](https://csc.do/praevention/selbsttest/), schreib unseren Präventionsbeauftragten [anonym](https://csc.do/praevention/#anonym) oder wende dich an eine [Beratungsstelle](https://csc.do/praevention/wissen/hilfe-finden/).

## Quellen

- American Psychiatric Association (2013): Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5\. Auflage (DSM-5), Kriterien für Cannabiskonsumstörung und Cannabisentzug
- drugcom.de, Angebot des BIÖG: [Drogenlexikon, Eintrag Cannabis](https://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-c/cannabis/)
- Gesundheits- und Jugendschutzkonzept des Vereins, Abschnitte Substanzgebrauchsstörung und Entstehung
- [cannabispraevention.de (BIÖG): Kiffen, Risiken und Suchtgefahr](https://www.cannabispraevention.de/jugendliche/gesundheitliche-aspekte/langfristige-risiken-und-sucht/)
- [BIÖG (2025): Elterninfo Cannabis](https://shop.bioeg.de/pdf/34600000.pdf)
- Gesundheits- und Jugendschutzkonzept des Vereins, Gesprächsleitfaden
- [DHS: Suchtberatung](https://www.dhs.de/suchthilfe/suchtberatung)
- [TelefonSeelsorge Deutschland](https://www.telefonseelsorge.de/)