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# Wenn es zu viel wird
- URL: https://csc.do/praevention/wissen/wenn-es-zu-viel-wird/
- Published: 2026-09-23T08:07:00.000Z
- Updated: 2026-09-25T10:25:55.000Z
- Description: Angst, Panik, Herzrasen oder Übelkeit nach Cannabis: Bleib bei der Person, bring sie an einen ruhigen Ort und rede ihr gut zu. Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfall, Brustschmerz oder im Zweifel: sofort 112.
- Author: Dominik De Marco
- Tags: Hilfe, #wissen

## Woran du es erkennst

Zu viel Cannabis zeigt sich oft psychisch: Angst, Panik, Verwirrtheit, Verfolgungsgedanken bis hin zu Wahrnehmungen, die nicht real sind. Körperlich kommen Herzrasen, Übelkeit und Schwindel dazu, auch ein Kreislaufkollaps ist möglich. Mit Alkohol oder anderen Substanzen wird das deutlich stärker. Unangenehme Zustände gehen meist vorbei; wer das weiß, bleibt leichter ruhig.

Was tun, wenn es jemandem schlecht geht

1. Ansprechbar, atmet normal**Dabeibleiben und beruhigen**An einen ruhigen Ort mit frischer Luft bringen, ruhig zureden, nicht allein lassen. Wird es nicht besser: 112.
2. Reagiert nicht, atmet normal**112 und stabile Seitenlage**Atmung regelmäßig prüfen, zudecken, bis der Rettungsdienst da ist.
3. Atmet nicht oder nicht normal**112 und Wiederbelebung**Sofort mit der Herzdruckmassage beginnen und am Telefon bleiben, bis die Leitstelle das Gespräch beendet.

Im Zweifel immer 112\. Quellen: DRK, Erste Hilfe; drugcom, Drogennotfall.

## Was hilft

- Bei der Person bleiben und sie an einen ruhigen Ort mit wenig Licht, Lärm und Menschen bringen.
- Für frische Luft sorgen, vor Auskühlen schützen, enge Kleidung öffnen.
- Ruhig und geduldig zureden. Atmet die Person sehr schnell, ruhiges Atmen vormachen.
- Bei Kreislaufproblemen, etwa blasser, feuchter Haut und schnellem Puls: hinlegen und die Beine hochlagern.

## Wann du die 112 rufst

- wenn die Person bewusstlos ist oder das Bewusstsein zu verlieren droht
- wenn sie nicht oder nicht normal atmet
- bei einem Krampfanfall
- bei starken Schmerzen hinter dem Brustbein, die in den Arm ausstrahlen können, bei Frauen auch im Oberbauch oder Rücken, mit Todesangst: Das deutet auf einen Herzinfarkt. Oberkörper erhöht lagern, nicht allein lassen.
- wenn es nicht besser wird oder du unsicher bist, und bei Mischkonsum eher früher

Sag dem Rettungsdienst, was genommen wurde, und gib Reste mit. Ärztinnen und Ärzte haben Schweigepflicht. Leg erst auf, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet.

Bei einem Krampfanfall räumst du Gegenstände weg, polsterst den Kopf und hältst die Bewegungen nicht fest. Bewusstlose, die normal atmen, bringst du in die [stabile Seitenlage](https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/stabile-seitenlage/), damit Erbrochenes abfließen kann.

## Essbares und Kinder

Gegessen setzt die Wirkung verzögert und oft plötzlich ein und hält länger an. Das ist schwer einzuschätzen, deshalb kommt es leichter zu Überdosierungen.

Essen Kinder versehentlich Cannabis oder cannabishaltige Süßigkeiten, kann das zu einer schweren Vergiftung führen. Ruf dann den Giftnotruf, für NRW die Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn unter [0228 19240](tel:+4922819240), rund um die Uhr. Bei Bewusstseinsstörung oder Atemproblemen sofort die 112\. Das Kind nicht zum Erbrechen bringen und Reste und Verpackung aufbewahren.

## Immer wieder Erbrechen

Nach langem, häufigem Konsum kann ein Cannabis-Hyperemesis-Syndrom entstehen: wiederkehrende Brechattacken mit Übelkeit und Bauchschmerzen. Typisch ist, dass heißes Duschen oder Baden die Beschwerden lindert. Andere Ursachen müssen ärztlich ausgeschlossen werden. Unbehandelt kann es zu Nierenversagen kommen. Die einzige wirksame Behandlung ist, mit dem Konsum aufzuhören.

## Synthetische Cannabinoide und HHC

Synthetische Cannabinoide können um ein Vielfaches stärker wirken als THC. Sie verursachen Herzrasen, starke Unruhe, Halluzinationen und Krampfanfälle, es gab Todesfälle. Sie wurden schon auf CBD-Blüten gefunden, auf die man sie gesprüht hatte, und sind äußerlich nicht zu erkennen. HHC ist seit dem 21\. Juni 2024 verboten.

## Quellen

- [drugcom.de (BIÖG): Drogennotfall](https://www.drugcom.de/beratung-finden/drogennotfall/)
- [DRK: Notruf 112](https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/notruf-112/)
- [DRK: Stabile Seitenlage](https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/stabile-seitenlage/)
- [DRK: Herzinfarkt, Symptome und Erste Hilfe](https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/herzinfarkt/)
- [Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn](https://gizbonn.de/)
- [drugcom.de (BIÖG): Cannabis-induzierte Hyperemesis](https://www.drugcom.de/wissenstests/cannabis/weitere-informationen-zu-cannabis/cannabis-induzierte-hyperemesis/)
- [BfR (2025): Stellungnahme 019/2025 zu HHC](https://www.bfr.bund.de/assets/01%5FVer%C3%B6ffentlichungen/Stellungnahmen%5Fdeutsch/psychoaktive-wirkungen-durch-den-konsum-von-hexahydrocannabinol-hhc-haltigen-erzeugnissen-zu-erwarten.pdf)
- [cannabispraevention.de (BIÖG): Gesundheitliche Aspekte](https://www.cannabispraevention.de/jugendliche/gesundheitliche-aspekte/)
- [drugcom.de (BIÖG, 2017): Mehr unerwünschte Effekte bei Mischkonsum von Alkohol und Cannabis](https://www.drugcom.de/news/mehr-unerwuenschte-effekte-bei-mischkonsum-von-alkohol-und-cannabis/)