Zum Inhalt springen
DeutschDE

Sprache / Language

  • DeutschGerman
Kontakt

· Pressemitteilung

Drei Jahre Cannabis Social Club Dortmund: mehr Mitglieder, weniger Menge je Kopf

Dortmunds erste Anbauvereinigung legt Zahlen vor: fast 300 Aufnahmen, 51 Kilogramm kontrolliert weitergegeben, keine einzige Laborprobe beanstandet

Der Cannabis Social Club Dortmund e. V. ist am 5. September 2026 drei Jahre alt geworden. Seit seiner Gründung hat der Verein 291 Menschen aufgenommen. Eine Aufnahmegebühr erhebt der Verein derzeit nicht. Zum Jubiläum legt Dortmunds erste Anbauvereinigung Zahlen aus Anbau, Weitergabe und Prävention vor, und die zeigen eine Entwicklung, die viele kritische Stimmen nicht erwartet hätten: Die Menge, die je Mitglied weitergegeben wird, ist seit dem Start nicht gestiegen, sondern gesunken.

Vom Gründungsverein zur ersten Anbauvereinigung

Gegründet wurde der Verein am 5. September 2023, noch bevor das Konsumcannabisgesetz in Kraft trat. Im November 2024 erhielt er als erste Anbauvereinigung in Dortmund die Erlaubnis der Bezirksregierung Arnsberg. Im April 2025 folgte die erste Ernte, im Mai die erste Weitergabe an Mitglieder.

Anbau und Weitergabe in Zahlen

Seitdem hat der Verein in 76 Ernten aus 1.366 Pflanzen 57,2 Kilogramm Blüten und 1,3 Kilogramm Haschisch gewonnen. An seine Mitglieder gab er bis heute 51,4 Kilogramm weiter, verteilt auf 3.522 einzelne Ausgaben. Jede Weitergabe erfolgt persönlich, nach Kontrolle von Mitgliedsausweis und amtlichem Lichtbildausweis, innerhalb der gesetzlichen Höchstmengen, und jede wird dokumentiert.

Keine einzige Laborprobe beanstandet

Jede Charge hat der Verein vor der Weitergabe in einem unabhängigen Labor untersuchen lassen, bislang 89 Chargen in 98 Analysen. Geprüft wurden der Wirkstoffgehalt und, über gemeinsame Proben mehrerer Ernten, Schwermetalle, Keime und Schimmelpilzgifte. Keine einzige Probe ist durchgefallen. „Das Gesetz verlangt diese Kontrollen, und wir nehmen sie ernst. Wer bei uns Mitglied ist, soll wissen, was im Cannabis steckt, und das kann man nur mit Laborwerten belegen, nicht mit Versprechen“, sagt Dominik De Marco, 1. Vorsitzender des Vereins.

Menge je Mitglied gesunken statt gestiegen

Bei Einführung des Gesetzes warnten Kritikerinnen und Kritikerinnen und Kritikerinnen und Kritikerinnen und Kritiker, legaler Zugang werde zu mehr Konsum führen. Die Zahlen des Vereins zeigen das Gegenteil: Im ersten Monat der Weitergabe, im Mai 2025, gab der Verein gut 19 Gramm je Mitglied weiter. Im August 2026 waren es knapp 15 Gramm: ein Viertel weniger und nicht einmal ein Drittel der gesetzlich erlaubten Monatsmenge von 50 Gramm. „Wer legal und kontrolliert an Cannabis kommt, muss nicht auf Vorrat kaufen und bekommt bei jeder Abgabe auch Informationen zu Risiken. Viele unserer Mitglieder konsumieren bewusster als vorher. Genau das war der Gedanke hinter dem Gesetz“, so De Marco.

Kaum noch Kontakt zum Schwarzmarkt

In einer Befragung unter den Mitgliedern gaben knapp 96 Prozent an, ihr Cannabis überwiegend über den Verein zu beziehen. 95 Prozent haben nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr zum Schwarzmarkt. „Der Schwarzmarkt fragt nach keinem Ausweis und kennt keine Laboranalyse. Jeder Mensch, der von dort zu uns wechselt, ist ein Gewinn für den Gesundheits- und den Jugendschutz“, sagt De Marco.

Wer Mitglied ist

Die Mitglieder sind im Schnitt 45 Jahre alt, gut jedes fünfte ist älter als 55. Jünger als 25 sind nur drei Prozent. Knapp vier von fünf Mitgliedern wohnen in Dortmund. „Das Bild vom jungen Kiffer passt auf unsere Mitglieder nicht. Bei uns sind Menschen aus allen Altersgruppen, die sich bewusst für einen legalen Weg entschieden haben“, sagt De Marco.

Prävention als Schwerpunkt

Zwei Präventionsbeauftragte sind für die Mitglieder ansprechbar, auch anonym. Auf seiner Website bietet der Verein sachliche Informationen zu Wirkung, Risiken und Hilfsangeboten, einen anonymen Selbsttest und eine Online-Präventionsschulung. Wer die Abschlussprüfung besteht, erhält eine Teilnahmebestätigung. Das Angebot ist freiwillig und steht allen offen, nicht nur Mitgliedern. „Prävention heißt für uns nicht erhobener Zeigefinger, sondern gutes Wissen. Deshalb teilen wir es mit allen, die sich informieren wollen“, so De Marco.

Politisch setzt sich der Verein für eine gesundheitsorientierte, evidenzbasierte Drogenpolitik ein. Mit Blick auf die Evaluation des Konsumcannabisgesetzes spricht er sich dafür aus, den legalen Rahmen weiterzuentwickeln statt zurückzudrehen.

Alle Zahlen: Stand 24. September 2026.

Über den Cannabis Social Club Dortmund e. V.

Der Cannabis Social Club Dortmund e. V. ist eine Anbauvereinigung nach dem Konsumcannabisgesetz (KCanG). Er baut gemeinschaftlich und nicht gewerblich Cannabis zum Eigenkonsum seiner volljährigen Mitglieder an und gibt es ausschließlich an sie weiter. Der 2023 gegründete Verein erhielt im November 2024 als erster in Dortmund die Erlaubnis der Bezirksregierung Arnsberg und hat seitdem fast 300 Menschen aufgenommen. Zwei Präventionsbeauftragte sind für Jugend- und Gesundheitsschutz zuständig. Politisch setzt sich der Verein für eine gesundheitsorientierte, evidenzbasierte Drogenpolitik ein.

Presse

Pressekontakt

Ansprechperson
Dominik De Marco, 1. Vorsitzender
Anschrift
Cannabis Social Club Dortmund e. V.
Speicherstraße 100, 44147 Dortmund

Newsletter abonnieren

Neuigkeiten aus dem Verein, zu Prävention und zur Rechtslage. Wir schreiben unregelmäßig, nur wenn es etwas Neues gibt.

Wird gesendet …

Fast geschafft. Bitte bestätige die Anmeldung über den Link in der E-Mail.

Angemeldet bist du erst, wenn du den Link in der Bestätigungsmail öffnest. Abmelden kannst du dich in jeder Ausgabe.