Der Cannabis Social Club Dortmund e. V. ist im September drei Jahre alt geworden. Seit seiner Gründung hat der Verein 296 Menschen aufgenommen. Eine Aufnahmegebühr erhebt der Verein derzeit nicht. Zum Abschluss seines dritten Vereinsjahres legt Dortmunds erste Anbauvereinigung Zahlen aus Anbau, Weitergabe und Prävention vor. Im Schnitt gibt der Verein je Mitglied weniger als ein Drittel der erlaubten Höchstmenge weiter.
Vom Gründungsverein zur ersten Anbauvereinigung
Gegründet wurde der Verein am 5. September 2023, noch bevor das Konsumcannabisgesetz in Kraft trat. Im November 2024 erhielt er als erster Verein in Dortmund die Erlaubnis der Bezirksregierung Arnsberg. Im April 2025 folgte die erste Ernte, im Mai die erste Weitergabe an Mitglieder.
Anbau und Weitergabe in Zahlen
Seitdem hat der Verein 80 Ernten aus 1.445 Pflanzen eingebracht. Die 75 abgeschlossenen ergaben 64,5 Kilogramm Blüten und 1,3 Kilogramm Haschisch, fünf weitere trocknen noch. An seine Mitglieder gab er bis heute 53,9 Kilogramm weiter, verteilt auf 3.697 einzelne Ausgaben. Jede Weitergabe erfolgt persönlich, nach Kontrolle von Mitgliedsausweis und amtlichem Lichtbildausweis und innerhalb der gesetzlichen Höchstmengen.
Keine einzige Laborprobe beanstandet
Jede Charge hat der Verein vor der Weitergabe in einem unabhängigen Labor untersuchen lassen, bislang 92 Chargen in 101 Analysen. Geprüft wurden der Wirkstoffgehalt und, über gemeinsame Proben mehrerer Ernten, Schwermetalle, Keime und Schimmelpilzgifte. Keine einzige Probe ist durchgefallen. „Das Gesetz verlangt diese Kontrollen, und wir nehmen sie ernst. Wer bei uns Mitglied ist, soll wissen, was im Cannabis steckt, und das kann man nur mit Laborwerten belegen, nicht mit Versprechen“, sagt Dominik De Marco, 1. Vorsitzender des Vereins.
Weit unter der Höchstmenge
Im September 2026 gab der Verein im Schnitt gut 14 Gramm je Mitglied weiter, weniger als ein Drittel der gesetzlich erlaubten 50 Gramm. Im Mai 2025 waren es noch gut 19 Gramm. Im Schnitt nehmen die Mitglieder heute also ein Viertel weniger ab als zu Beginn. „Wer legal und kontrolliert an Cannabis kommt, muss keinen Vorrat anlegen und bekommt bei jeder Weitergabe auch Informationen zu Risiken. Genau das war der Gedanke hinter dem Gesetz“, so De Marco.
Kaum noch Kontakt zum Schwarzmarkt
In einer Befragung unter den Mitgliedern gaben knapp 96 Prozent an, ihr Cannabis überwiegend über den Verein zu beziehen. 95 Prozent haben nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr zum Schwarzmarkt. „Der Schwarzmarkt fragt nach keinem Ausweis und kennt keine Laboranalyse. Jeder Mensch, der von dort zu uns wechselt, ist ein Gewinn für den Gesundheits- und den Jugendschutz“, sagt De Marco.
Wer Mitglied ist
Die Mitglieder sind im Schnitt 45 Jahre alt, gut jedes fünfte ist älter als 55. Jünger als 25 sind nur drei Prozent. Gut drei von vier Mitgliedern wohnen in Dortmund. „Das Bild vom jungen Kiffer passt auf unsere Mitglieder nicht. Bei uns sind Menschen aus allen Altersgruppen, die sich bewusst für einen legalen Weg entschieden haben“, sagt De Marco.
Prävention als Schwerpunkt
Zwei Präventionsbeauftragte sind für die Mitglieder ansprechbar, auch anonym. Auf seiner Website bietet der Verein sachliche Informationen zu Wirkung, Risiken und Hilfsangeboten, einen anonymen Selbsttest und eine Online-Präventionsschulung. Wer die Abschlussprüfung besteht, erhält eine Teilnahmebestätigung. Seit Ende September gibt es diese Informationen in 20 Sprachen und in Leichter Sprache, dazu eine Karte der Konsumverbotszonen in Dortmund, auf der sich jede Adresse prüfen lässt. Das Angebot ist freiwillig und steht allen offen, nicht nur Mitgliedern. „Prävention heißt für uns nicht erhobener Zeigefinger, sondern gutes Wissen. Deshalb teilen wir es mit allen, die sich informieren wollen“, so De Marco.
Politisch setzt sich der Verein für eine gesundheitsorientierte, evidenzbasierte Drogenpolitik ein. Mit Blick auf die Evaluation des Konsumcannabisgesetzes spricht er sich dafür aus, den legalen Rahmen weiterzuentwickeln statt zurückzudrehen.
Alle Zahlen: Stand 15. Oktober 2026.
Über den Cannabis Social Club Dortmund e. V.
Der Cannabis Social Club Dortmund e. V. ist eine Anbauvereinigung nach dem Konsumcannabisgesetz (KCanG). Er baut gemeinschaftlich und nicht gewerblich Cannabis zum Eigenkonsum seiner volljährigen Mitglieder an und gibt es ausschließlich an sie weiter. Der 2023 gegründete Verein erhielt im November 2024 als erster in Dortmund die Erlaubnis der Bezirksregierung Arnsberg und hat seitdem fast 300 Menschen aufgenommen. Zwei Präventionsbeauftragte sind für Jugend- und Gesundheitsschutz zuständig. Politisch setzt sich der Verein für eine gesundheitsorientierte, evidenzbasierte Drogenpolitik ein.