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Gesetze und Paragrafen stehen gesammelt unter Gesetze im Überblick.
A
- Amtlicher Lichtbildausweis
- Ein amtliches Ausweisdokument mit Foto, etwa Personalausweis oder Reisepass.
- Anbauvereinigung
- Ein eingetragener, nicht wirtschaftlicher Verein oder eine eingetragene Genossenschaft, in der erwachsene Mitglieder gemeinsam Cannabis für den Eigenkonsum anbauen und untereinander weitergeben. Dafür braucht es eine behördliche Erlaubnis. Verkauf, Gewinnstreben und Werbung sind ausgeschlossen, Minderjährige haben keinen Zutritt.
B
- Belohnungssystem
- Ein Netzwerk im Gehirn, das angenehme Erfahrungen über den Botenstoff Dopamin verstärkt, damit wir sie wiederholen. Suchtmittel greifen hier ein. Das ist ein Grund, warum aus Gewohnheit Abhängigkeit werden kann.
- BIÖG · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
- Die Bundesbehörde für Gesundheitsaufklärung, 2025 aus der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hervorgegangen. Sie betreibt unter anderem drugcom.de und das Ausstiegsprogramm Quit the Shit.
C
- Cannabinoide
- Inhaltsstoffe der Cannabispflanze, die an Rezeptoren des körpereigenen Endocannabinoid-Systems binden können. Die bekanntesten sind THC, das berauscht, und CBD, das nicht berauscht.
- Cannanas
- Die Software, mit der wir Mitgliedschaft und Ausgabe verwalten. Als Mitglied nutzt du sie als App, etwa für dein Konto oder um zu kündigen. Sie prüft bei jeder Ausgabe auch die gesetzlichen Höchstmengen, für Mitglieder unter 21 die engeren Grenzen. Mehr zu Cannanas
- CBD · Cannabidiol
- Ein Wirkstoff der Cannabispflanze, der nicht berauschend wirkt. In unseren Laborergebnissen steht der Gesamtgehalt aus CBD und umgerechnetem CBDA.
- CBDA · Cannabidiolsäure
- Die Säureform von CBD in der frischen Pflanze. Beim Erhitzen wird sie zu CBD, umgerechnet wie bei THC mit dem Faktor 0,877.
- Coffeeshop
- In den Niederlanden geduldete Läden, in denen Erwachsene kleine Mengen Cannabis kaufen können. In Deutschland gibt es keine Coffeeshops, der Verkauf von Cannabis bleibt verboten.
D
- DHS · Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
- Der Dachverband der Sucht- und Drogenhilfe in Deutschland, ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Hamm. Er veröffentlicht Zahlen, Informationsmaterial und ein Verzeichnis der Beratungsstellen.
- DigiSucht
- Die bundesweite Online-Plattform der Suchtberatung. Dort schreibst oder chattest du mit Fachkräften von Beratungsstellen, auch aus deiner Region, kostenlos und auf Wunsch anonym.
- drugcom.de
- Das Informations- und Beratungsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zu Alkohol, Cannabis und anderen Drogen. Dort gibt es Wissen, Selbsttests sowie Beratung per Chat und E-Mail, kostenlos und anonym.
- DSM-5
- Das Diagnosehandbuch der American Psychiatric Association in der fünften Auflage. Es beschreibt psychische Störungen anhand fester Kriterien, auch die Cannabiskonsumstörung.
E
- Eigenanbau
- Anbau von Cannabis für den eigenen Konsum, ohne Handel und ohne Gewinn. Privat sind bis zu drei Pflanzen zu Hause erlaubt, gemeinschaftlich geht es nur in einer Anbauvereinigung.
- Eigenkonsum
- Der Konsum durch dich selbst. Was du zum Eigenkonsum besitzt oder bekommst, darfst du nicht an andere weitergeben, verschenken oder verkaufen.
- Entzugserscheinungen
- Beschwerden, wenn jemand nach längerem, regelmäßigem Konsum aufhört: etwa Reizbarkeit, Unruhe, Schlafprobleme, weniger Appetit und starkes Verlangen. Sie beginnen meist ein bis zwei Tage nach dem letzten Konsum und klingen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.
F
- FreD · Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumierenden
- Ein Kurzprogramm der Suchthilfe für junge Menschen, die zum ersten Mal mit Drogen aufgefallen sind: ein Einzelgespräch und ein Gruppenkurs an wenigen Terminen. Es informiert und regt an, den eigenen Konsum zu überdenken.
G
- Gerinnungshemmer
- Medikamente, die das Blut verdünnen, damit sich keine Gerinnsel bilden, etwa bei Vorhofflimmern oder nach einer Thrombose. Cannabis kann ihren Abbau im Körper verändern und so das Blutungsrisiko erhöhen.
- Gesamt-THC
- THC plus das mit 0,877 multiplizierte THCA. Der Faktor gleicht aus, dass THCA schwerer ist als THC: Beim Umwandeln geht die Säuregruppe als Kohlendioxid verloren. So lassen sich Proben vergleichen, egal wie viel THC schon umgewandelt ist.
- Gesundheits- und Jugendschutzkonzept
- Jede Anbauvereinigung muss schriftlich darlegen, wie sie Kinder und Jugendliche schützt, einen risikoarmen Konsum fördert und Suchtprävention betreibt. Das Konzept ist Teil des Antrags auf Erlaubnis. Die Präventionsbeauftragten sorgen für die Umsetzung.
H
- Haschisch
- Das abgesonderte Harz der Cannabispflanze, meist zu Platten oder Klumpen gepresst.
- HHC · Hexahydrocannabinol
- Ein halbsynthetischer Wirkstoff, meist chemisch aus CBD hergestellt, der ähnlich wie THC berauscht. Seit Juni 2024 ist HHC in Deutschland verboten. Gehalt und Verunreinigungen solcher Produkte sind nicht abschätzbar.
I
- ICD-11
- Die Internationale Klassifikation der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation in der elften Fassung. Damit werden Diagnosen einheitlich verschlüsselt, zum Beispiel schädlicher Cannabisgebrauch oder Abhängigkeit.
K
- KCanG · Konsumcannabisgesetz
- Das Bundesgesetz regelt, was Erwachsene mit Cannabis dürfen und was verboten bleibt. Es gilt seit dem 1. April 2024: Besitz kleiner Mengen und privater Anbau sind seitdem ab 18 erlaubt, Anbauvereinigungen seit dem 1. Juli 2024. Verkauf und Werbung bleiben verboten.
L
- LWL · Landschaftsverband Westfalen-Lippe
- Ein Kommunalverband der Städte und Kreise in Westfalen-Lippe. Er betreibt unter anderem psychiatrische Kliniken, darunter die LWL-Klinik Dortmund mit einer suchtmedizinischen Ambulanz.
M
- Marihuana
- Die getrockneten Blüten und blütennahen Blätter der Cannabispflanze, umgangssprachlich Gras.
- Medizinalcannabis
- Cannabis zu medizinischen Zwecken, ärztlich verschrieben und in Apotheken abgegeben. Es ist im Medizinal-Cannabisgesetz geregelt, nicht im KCanG.
- Mikrobiologie
- Prüfung auf Keime, also Bakterien, Hefen und Schimmelpilze.
- Mischkonsum
- Mehrere Substanzen gleichzeitig oder kurz nacheinander, etwa Cannabis und Alkohol. Die Wirkungen können sich gegenseitig verstärken und werden schwer vorhersehbar.
- MPU · Medizinisch-Psychologische Untersuchung
- Eine Begutachtung der Fahreignung durch Fachleute aus Medizin und Psychologie. Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet sie an, wenn Zweifel bestehen, ob jemand sicher fahren kann, etwa nach wiederholten Verstößen unter Cannabiseinfluss.
- Mykotoxine
- Giftstoffe, die Schimmelpilze bilden können, etwa Aflatoxine.
N
- ng/ml · Nanogramm je Milliliter
- Ein Nanogramm ist ein Milliardstel Gramm. Der THC-Grenzwert am Steuer liegt bei 3,5 ng/ml im Blutserum, dem flüssigen Teil des Bluts ohne Blutzellen.
O
- Ordnungswidrigkeit
- Ein Verstoß, den eine Behörde mit einem Bußgeld ahndet. Anders als eine Straftat führt eine Ordnungswidrigkeit nicht zu einer Vorstrafe.
P
- Poolprobe
- Material mehrerer Ernten wird gemeinsam untersucht. Der Befund gilt für alle enthaltenen Ernten.
- Präventionsbeauftragte
- Jede Anbauvereinigung muss ein Mitglied zur oder zum Präventionsbeauftragten ernennen. Die Person ist Ansprechperson für Fragen der Suchtprävention, sorgt für die Umsetzung des Gesundheits- und Jugendschutzkonzepts und muss eine Schulung bei einer Landes- oder Fachstelle für Suchtprävention nachweisen.
- Probezeit
- Die ersten zwei Jahre nach dem ersten Führerschein. Bei schweren Verstößen kommt ein Aufbauseminar dazu, und die Probezeit verlängert sich auf vier Jahre.
- Psychose
- Ein Zustand, in dem die Wahrnehmung der Wirklichkeit gestört ist, etwa durch Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder starkes Misstrauen. Cannabis kann das Risiko erhöhen, besonders bei frühem Einstieg, häufigem Konsum und familiärer Veranlagung. Bei Anzeichen ärztliche Hilfe holen.
Q
- Quit the Shit
- Ein kostenloses, anonymes Online-Programm des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Vier Wochen lang führst du ein Konsumtagebuch und bekommst persönliche Rückmeldung, wenn du weniger kiffen oder ganz aufhören willst.
S
- Safer Use
- Englisch für sichereren Gebrauch: Regeln, die Risiken senken, wenn jemand konsumiert, etwa wenig und selten, nichts mischen, Pausen einlegen und danach nicht fahren. Safer Use ist kein Aufruf zum Konsum.
- Schweigepflicht
- Ärztinnen, Ärzte und Fachkräfte in Beratungsstellen dürfen nicht weitergeben, was du ihnen anvertraust, auch nicht an Eltern, Arbeitgeber oder Polizei. Ausnahmen gibt es nur in engen Grenzen, etwa bei akuter Gefahr für Leib und Leben.
- Schwermetalle
- Metalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber, die eine Pflanze aus Boden, Wasser oder Dünger aufnehmen kann.
- Sichtweite
- Das KCanG verbietet Konsum nicht nur in Schulen, auf Spielplätzen, in Kinder- und Jugendeinrichtungen, Sportstätten und Anbauvereinigungen, sondern auch in deren Sichtweite. Sie endet laut Gesetz bei mehr als 100 Metern Abstand zum Eingangsbereich. Näher dran gilt das Verbot, wenn der Ort zu sehen ist.
- SimpleX Chat
- Ein kostenloser Messenger für Smartphone und Computer, der ohne Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Benutzerkonto auskommt. Nachrichten sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, und selbst die Server erfahren nicht, wer mit wem schreibt. Deshalb nutzen wir ihn für anonyme Fragen.
- Sozialpsychiatrischer Dienst
- Ein Dienst des Gesundheitsamts, der Menschen in psychischen Krisen und ihre Angehörigen kostenlos berät und vermittelt, bei Bedarf auch mit Hausbesuchen.
- Steckling
- Ein abgeschnittener Trieb einer Mutterpflanze, der Wurzeln bildet und zu einer neuen Pflanze heranwächst. Zusammen mit Samen heißt das im Gesetz Vermehrungsmaterial.
- Stichprobe
- Eine Probe aus einer Ernte, die stellvertretend für die ganze Ernte untersucht wird. Anbauvereinigungen müssen regelmäßig Stichproben nehmen und untersuchen lassen.
- Suchtberatung
- Beratungsstellen für alle, die Fragen oder Sorgen rund um Alkohol, Drogen, Medikamente oder Glücksspiel haben, auch für Angehörige. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Du musst dafür nicht aufhören wollen.
T
- THC · Delta-9-Tetrahydrocannabinol
- Der psychoaktive Hauptwirkstoff von Cannabis. Angaben in Prozent beziehen sich auf das Gewicht der Probe: 20 % heißen 200 Milligramm je Gramm.
- THCA · Tetrahydrocannabinolsäure
- So liegt THC in der frischen Pflanze überwiegend vor. THCA wirkt nicht psychoaktiv. Erst beim Erhitzen spaltet es Kohlendioxid ab und wird zu THC (Decarboxylierung).
- Toleranz
- Gewöhnung des Körpers: Wer regelmäßig konsumiert, braucht mit der Zeit mehr für dieselbe Wirkung. Eine Pause senkt die Toleranz wieder.
W
- Weitergabe
- So nennt das KCanG jedes Überlassen von Cannabis an andere. Erlaubt ist sie nur einer Anbauvereinigung an ihre eigenen Mitglieder, in begrenzten Mengen und nicht als Verkauf mit Gewinn. Cannabis, das du besitzt oder selbst anbaust, darfst du nicht weitergeben.