In der getrockneten Pflanze liegt THC überwiegend als THCA vor, einer Säureform, die nicht berauscht. Erst beim Erhitzen, etwa beim Rauchen oder Verdampfen, spaltet sich ein Teil des Moleküls ab, und aus THCA wird THC.
Labore messen deshalb beides und rechnen zusammen:
Gesamt-THC = THC + 0,877 × THCA
Ein Beispiel: Enthält eine Probe 20 Prozent THCA und 0,5 Prozent THC, ergibt das 0,5 + 17,5 = 18,0 Prozent Gesamt-THC.
Der Faktor 0,877 ergibt sich aus der Chemie: Beim Umwandeln verliert THCA an Gewicht, von 100 Teilen THCA bleiben rund 87,7 Teile THC. Gesamt-THC zeigt also, wie viel THC höchstens entstehen kann, wenn alles THCA umgewandelt wird. Für CBD und seine Säureform CBDA rechnet man genauso.
Entscheidend ist dieser Gesamtwert. Ein niedriger THC-Wert allein sagt wenig, wenn viel THCA enthalten ist.
Was der Wert nicht verrät
Der Gesamt-THC-Wert sagt, wie viel THC höchstens aus der Blüte entstehen kann. Wie stark es bei dir wirkt, sagt er nur zum Teil. Über die Reinheit sagt er nichts: Ob eine Probe frei von Schimmel, Keimen, Pestiziden oder Schwermetallen ist, zeigen nur gesonderte Prüfungen.
Die Menge zählt. Je mehr THC in deinem Körper ankommt, desto stärker ist im Schnitt der Rausch. Wie viel ankommt, hängt davon ab, wie viel du nimmst und wie du inhalierst. Beim Rauchen gelangten in Studien zwischen 2 und 56 Prozent des THC ins Blut. Wer stärkeres Cannabis raucht, inhaliert oft weniger, gleicht das aber meist nicht ganz aus. Wer häufig sehr THC-reiches Cannabis nutzt, ist in Studien häufiger von Abhängigkeit und Psychosen betroffen.
Die Konsumform zählt. Verdampft wirkte dieselbe Menge THC in einer Studie stärker als geraucht. Gegessen wirkt es oft erst nach 30 bis 90 Minuten, dann aber viele Stunden.
Du zählst. Wer regelmäßig konsumiert, spürt dieselbe Menge schwächer. Frauen spürten in Studien bei gleicher Menge im Schnitt mehr, auch unabhängig vom Körpergewicht. Alkohol erhöht den THC-Spiegel im Blut und verstärkt die Beeinträchtigung. Auch Erwartung, Stimmung und Umgebung spielen eine Rolle.
CBD macht THC nicht harmloser. In einer Studie änderte bis zu dreimal so viel CBD nichts an den Gedächtnisstörungen und psychoseähnlichen Symptomen durch THC. In hoher Menge gegessen kann CBD die Wirkung von THC sogar verstärken.
Terpene sind Stoffe, die zum Geruch der Pflanze beitragen, etwa Myrcen oder Limonen. In Blüten machen sie im Schnitt rund zwei Prozent aus. Ob sie die Wirkung von THC verändern, ist nicht belegt. Der sogenannte Entourage-Effekt ist eine Hypothese. Am Menschen gibt es dazu bisher zwei kleine Studien: Eine fand keine Wirkung, die andere nur bei einer Menge über dem üblichen Gehalt von Blüten.
Sortennamen und die Bezeichnungen „Indica“ und „Sativa“ sagen wenig darüber, was in einer Blüte steckt. Am Geruch konnten Konsumierende in einer Studie nicht erkennen, wie viel THC eine Probe enthielt.
Merke: Für das Risiko zählt der Gesamt-THC-Wert. Wie stark es wirkt, hängt von Menge, Konsumform und dir ab.
Mehr dazu: Was Cannabis im Körper macht · Laborergebnisse
Quellen
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- Verordnung (EU) 2022/1393, Fußnote zu Δ9-THC-Äquivalenten (Δ9-THC + 0,877 x Δ9-THCA)
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