Die Wirkstoffe
Die Cannabispflanze enthält viele sogenannte Cannabinoide. Die beiden bekanntesten sind THC und CBD. THC ist für den Rausch verantwortlich, CBD wirkt nicht berauschend. In der frischen Pflanze liegt THC überwiegend als THCA vor. Erst durch Erhitzen wird daraus THC.
Marihuana sind die getrockneten Blüten, Haschisch ist das gepresste Harz der Pflanze. Wie viel THC darin steckt, schwankt stark.
Wie THC im Gehirn wirkt
Der Körper hat ein eigenes Cannabinoid-System aus Botenstoffen und Andockstellen, den Rezeptoren. CB1-Rezeptoren sitzen vor allem im Gehirn, CB2-Rezeptoren vor allem auf Zellen des Immunsystems.
THC dockt an diese Rezeptoren an und übernimmt die Rolle der körpereigenen Botenstoffe. Im Belohnungssystem sorgt es so indirekt dafür, dass mehr Dopamin ausgeschüttet wird. Das erklärt das Hochgefühl und zugleich, warum Cannabis abhängig machen kann.
Wo THC im Gehirn wirkt
- GroßhirnDenken, Planen, Sinneseindrücke. THC stört, wie Informationen verarbeitet werden: Aufmerksamkeit und Entscheidungen leiden, Symptome einer Psychose sind möglich.
- Limbisches System mit HippocampusGefühle und Gedächtnis. THC kann Angst auslösen und schwächt das Kurzzeitgedächtnis.
- BasalganglienBewegung und Belohnung. THC erhöht den Dopaminspiegel, das kann zu einer Abhängigkeit führen.
- KleinhirnGleichgewicht, Koordination und Zeitgefühl. THC kann Koordination und Zeitgefühl stören.
- HirnstammAtmung, Herzschlag, Verdauung. Der Puls steigt; bei häufigem Konsum großer Mengen ist Erbrechen möglich.
Wovon die Wirkung abhängt
- THC-Gehalt: Je mehr THC, desto stärker die Wirkung und desto häufiger unangenehme Effekte.
- Menge: Mit der Dosis steigen die Risiken.
- Konsumform: Geraucht oder verdampft wirkt Cannabis schnell, gegessen oder getrunken deutlich später.
- Verfassung: Stimmung, Müdigkeit und Gesundheit verändern die Wirkung. Wer niedergeschlagen oder ängstlich ist, erlebt das oft verstärkt.
- Umgebung: Ob allein, mit anderen, auf einer Party oder in Ruhe, macht einen Unterschied.
Viele erleben Entspannung und gehobene Stimmung. Ebenso möglich sind Unruhe, Angst, Panik und verzerrte Wahrnehmung, besonders bei hoher Dosis oder in schlechter Verfassung.
Wie lange die Wirkung anhält
Geraucht oder verdampft setzt die Wirkung fast sofort ein, ist nach etwa einer Viertelstunde am stärksten und nach zwei bis drei Stunden weitgehend vorbei.
Gegessen oder getrunken nimmt der Körper THC langsamer auf. Die Wirkung kommt verzögert, oft plötzlich, und ist schwer vorherzusagen. Wer nachlegt, weil noch nichts zu spüren ist, riskiert eine viel zu starke Wirkung.
Wirkungsverlauf
Geraucht oder verdampft
- am stärksten nach etwa einer Viertelstunde
- nach zwei bis drei Stunden weitgehend vorbei
Gegessen oder getrunken
Die Wirkung kommt verzögert, oft plötzlich, und ist schwer vorherzusagen. Nachlegen, weil noch nichts zu spüren ist, kann zu einer viel zu starken Wirkung führen.
Was im Körper passiert
Häufige körperliche Zeichen sind Mundtrockenheit, gerötete Augen, schnellerer Herzschlag, Schwindel und Heißhunger. Konzentration, Gedächtnis und Reaktionszeit lassen während des Rauschs nach. Das erhöht das Unfallrisiko im Straßenverkehr und bei der Arbeit.
Wie lange Cannabis nachweisbar ist
Die Wirkung ist nach Stunden vorbei, die Spuren nicht. Abbauprodukte von THC lassen sich im Urin im Mittel etwa 30 Tage nachweisen, bei regelmäßigem Konsum deutlich länger.
Wirkung und Nachweis im Vergleich
Quellen
- drugcom.de, Angebot des BIÖG: Drogenlexikon, Eintrag Cannabis
- Gesundheits- und Jugendschutzkonzept des Vereins, Abschnitt Grundlagen zu Cannabis
- NIDA: Cannabis and the Brain