Wer besser verzichtet
Schwanger, stillend oder mit KinderwunschTHC erreicht das Kind über Nabelschnur und Muttermilch.
Psychosen in der FamilieEltern oder Geschwister mit einer Psychose.
Herz- oder KreislauferkrankungPuls und Blutdruck steigen direkt nach dem Konsum.
Unter 25Das Gehirn reift noch.
SuchterkrankungAuch eine frühere: Risiko, auszuweichen oder rückfällig zu werden.
Regelmäßige MedikamenteWechselwirkungen, etwa mit Antidepressiva oder Gerinnungshemmern.
Schwangerschaft, Stillzeit und Kinderwunsch
THC erreicht das ungeborene Kind über die Nabelschnur. Seine Organe sind noch nicht so weit entwickelt, dass sie es schützen könnten. Rauchen in der Schwangerschaft hängt mit einem geringeren Geburtsgewicht zusammen; eine große Übersichtsarbeit fand zudem höhere Risiken für Frühgeburten und Wachstumsverzögerungen. Ob Kinder später beim Lernen oder bei der Aufmerksamkeit beeinträchtigt sind, ist noch offen.
Eine sichere Menge ist nicht bekannt. Die Empfehlung lautet deshalb, in der Schwangerschaft ganz zu verzichten, ebenso in der Stillzeit: THC geht in die Muttermilch über, in einer Studie war es bis zu sechs Tage nachweisbar. Auch wer ein Kind möchte, verzichtet besser, weil Cannabis den Hormonhaushalt verändern und die Fruchtbarkeit senken kann.
Psychosen in der Familie und psychische Erkrankungen
Als familiär vorbelastet gilt, wessen Eltern oder Geschwister an einer Psychose erkrankt sind. Für diese Menschen lautet die Empfehlung, auf Cannabis zu verzichten. Wer bereits eine Psychose hatte, riskiert durch Konsum eine schlechtere Genesung und mehr Rückfälle. Bei einer bipolaren Störung geht regelmäßiger Konsum mit mehr manischen Symptomen einher. Auch wer an Angst oder Depression leidet, trägt ein höheres Risiko für Psychosen.
Herz und Kreislauf
Direkt nach dem Konsum können Puls und Blutdruck steigen. In der ersten Stunde danach wird ein erhöhtes Herzinfarktrisiko angenommen, und bei Vorerkrankungen kann das Herz überlastet werden. Große Studien finden bei Menschen, die konsumieren, mehr Herz-Kreislauf-Ereignisse; dass Cannabis die Ursache ist, ist damit noch nicht bewiesen.
Junge Menschen
Bis Mitte 20 reift das Gehirn, das Risiko für Abhängigkeit und Psychosen ist höher. Mehr dazu im Modul Warum das Alter zählt.
Suchterkrankungen
Cannabiskonsum hängt mit der Entwicklung einer Abhängigkeit auch von Alkohol, Tabak und anderen Drogen zusammen. Wer eine Suchterkrankung hat oder hatte, riskiert, auf ein anderes Suchtmittel auszuweichen; das gilt als häufiger Auslöser für einen Rückfall.
Medikamente
THC und CBD bremsen Enzyme in der Leber, die viele Medikamente abbauen. Dadurch können etwa Antidepressiva stärker wirken, und bei Gerinnungshemmern kann das Blutungsrisiko steigen. Die Daten stammen meist aus dem Labor. Wie stark der Effekt im Alltag ist, ist unklar. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, bespricht das am besten in der Arztpraxis oder Apotheke.
Alkohol und Cannabis zusammen
Zusammen verstärken sich die Wirkungen: stärkere Benommenheit, Verwirrtheit, Übelkeit und Erbrechen bis hin zum Kontrollverlust. Warnsignale des Körpers werden schlechter wahrgenommen. Mischkonsum gilt als besonders gefährlich.
Quellen
- familienplanung.de (BIÖG): Drogen in der Schwangerschaft
- DigiSucht (2026): Cannabis in der Schwangerschaft und Stillzeit
- Hessisches Ärzteblatt 9/2025: Cannabiskonsum in der Schwangerschaft
- CDC (2024): Cannabis and Breastfeeding
- drugcom.de (BIÖG, 2023): Empfehlungen zur Reduzierung des Psychose-Risikos
- cannabispraevention.de (BIÖG): Faktoren, die das Gesundheitsrisiko erhöhen
- drugcom.de (BIÖG, 2023): Cannabis mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen verbunden
- National Academies of Sciences (2017): The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids
- Pharmazeutische Zeitung (2022): Cannabis als Interaktionspartner
- drugcom.de (BIÖG, 2017): Mehr unerwünschte Effekte bei Mischkonsum von Alkohol und Cannabis
- NIDA (2024): DrugFacts Cannabis