- Gemischt verstärken oder überdecken sich Wirkungen. Das ist riskanter als jeder Stoff für sich.
- Besonders riskant sind Alkohol, dämpfende Medikamente und andere Drogen.
- Bei Bewusstlosigkeit, Krampfanfall oder Atemproblemen: 112.
Warum Mischen riskanter ist
Wirkungen können sich gegenseitig verstärken oder überdecken. Dann lässt sich kaum vorhersagen, wie es jemandem gleich gehen wird. Nach drugcom ist unkontrolliertes Mischen deutlich riskanter als der Konsum eines einzelnen Stoffs. Das BIÖG rät deshalb, Cannabis nicht zusammen mit anderen psychoaktiven Stoffen wie Alkohol oder Medikamenten zu nehmen.
Alkohol
Die meisten Menschen mit problematischem Cannabiskonsum trinken auch Alkohol in riskanten Mengen. In einer Befragung von jungen Erwachsenen verstärkte Cannabis die Alkoholwirkung: Die Teilnehmenden fühlten sich benommener und verwirrter und konnten sich schlechter konzentrieren. Warnsignale des Körpers werden schlechter wahrgenommen, Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufprobleme sind häufig. Die kanadische Gesundheitsbehörde schreibt, dass die Beeinträchtigung zusammen stark zunimmt. Für das Fahren gelten eigene Regeln, siehe Straßenverkehr und Recht.
Tabak und Nikotin
Nikotin macht schnell abhängig und schadet Herz und Kreislauf. Wer Cannabis mit Tabak raucht, riskiert eine Abhängigkeit von beiden Stoffen. Tabak im Joint gilt außerdem als Risikofaktor für eine cannabisbezogene Störung und erhöht das Risiko für Lungenkrebs.
Medikamente
Zusammen mit dämpfenden Mitteln wie Opioiden, Benzodiazepinen oder manchen Antihistaminika, also manchen Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmitteln, können sich die Wirkungen verstärken. Cannabis kann außerdem den Abbau anderer Medikamente in der Leber verändern. Mehr dazu im Modul Wer besser verzichtet. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, fragt in der Arztpraxis oder Apotheke nach. Ärztinnen und Ärzte haben Schweigepflicht.
Andere Drogen
- Ecstasy und Speed: Schwindel, Übelkeit, Erbrechen bis zum Kreislaufkollaps. Unter THC bleibt die von Ecstasy erhöhte Körpertemperatur länger hoch.
- Ecstasy, Speed, Kokain: Wer sie mit Cannabis mischt, bekommt häufiger psychotische Symptome.
- LSD, Pilze und andere Psychedelika: Die Wirkung verstärkt sich, Übelkeit und Erbrechen sind häufig, eine Psychose kann leichter ausgelöst werden.
- Unbekannte Herkunft: In Cannabis vom Schwarzmarkt können synthetische Cannabinoide stecken, die deutlich stärker wirken. Mehr dazu im Modul Wenn es zu viel wird.
Warnzeichen
Krämpfe, Schwindel, Ohnmachtsgefühle, Kopfschmerzen, plötzliche Müdigkeit, blasse und feuchte Haut, schneller Puls, Bewusstlosigkeit, stockende oder schwere Atmung, blaue Lippen.
Im Notfall
1. Ruf die 112. 2. Ist die Person bewusstlos, bring sie in die stabile Seitenlage. 3. Lass sie nicht allein. 4. Sag dem Rettungsdienst, was genommen wurde, soweit du es weißt, und gib Reste mit.
Keine Angst: Ärztinnen und Ärzte haben Schweigepflicht. Bei Fragen zu einer möglichen Vergiftung, auch wenn ein Kind etwas gegessen hat, hilft in NRW die Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn unter 0228 19240, rund um die Uhr.
Quellen
- BIÖG (2025): Informationen zu Cannabis, Infoblatt für Mitglieder von Anbauvereinigungen
- drugcom.de (BIÖG, 2009): Mischkonsum, Experiment mit ungewissem Ausgang
- drugcom.de (BIÖG, 2017): Mehr unerwünschte Effekte bei Mischkonsum von Alkohol und Cannabis (Lee u. a. 2017)
- drugcom.de (BIÖG): Cannabis und Alkohol, Expertenkommentare
- mindzone (Landescaritasverband Bayern, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention): Mischkonsum
- Health Canada (2023): Cannabis impairment and safety risk
- Bundesministerium für Gesundheit (2017): Kurzbericht CaPRis
- cannabispraevention.de (BIÖG): Gesundheitliche Aspekte
- Pharmazeutische Zeitung (2022): Cannabis als Interaktionspartner, Seiten 1 und 2
- drugcom.de (BIÖG): Drogennotfall
- Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn