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Wissen · Ergänzungen

Mischkonsum

Stand: 7. Oktober 2026

Kurz gesagt

Wer Cannabis mit anderen Stoffen zusammen nimmt, kann die Wirkung schlechter einschätzen. Was beim Mischen passiert und was im Notfall zu tun ist.

  • Beim Mischen verstärken oder überdecken sich Wirkungen. Das ist riskanter als jeder Stoff für sich.
  • Besonders riskant sind Alkohol, dämpfende Medikamente und andere Drogen.
  • Bei Bewusstlosigkeit, Krampfanfall oder Atemproblemen: 112.

Warum Mischen riskanter ist

Wirkungen können sich gegenseitig verstärken oder überdecken. Dann lässt sich kaum vorhersagen, wie es jemandem kurz darauf gehen wird. Laut drugcom ist unkontrolliertes Mischen deutlich riskanter als der Konsum eines einzelnen Stoffs. Das BIÖG rät deshalb, Cannabis nicht zusammen mit anderen psychoaktiven Stoffen wie Alkohol oder Medikamenten zu nehmen.

Alkohol

Die meisten Menschen mit problematischem Cannabiskonsum trinken auch Alkohol in riskanten Mengen. In einer Befragung von jungen Erwachsenen verstärkte Cannabis die Alkoholwirkung: Die Teilnehmenden fühlten sich benommener und verwirrter und konnten sich schlechter konzentrieren. Warnsignale des Körpers werden schlechter wahrgenommen. Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufprobleme sind häufig. Die kanadische Gesundheitsbehörde schreibt, dass die Beeinträchtigung stark zunimmt, wenn beides zusammenkommt. Für das Fahren gelten eigene Regeln, siehe Straßenverkehr und Recht.

Tabak und Nikotin

Nikotin macht schnell abhängig und schadet Herz und Kreislauf. Wer Cannabis mit Tabak raucht, riskiert eine Abhängigkeit von beiden Stoffen. Tabak im Joint gilt außerdem als Risikofaktor für eine cannabisbezogene Störung und erhöht das Risiko für Lungenkrebs.

Medikamente

Mit dämpfenden Mitteln können sich die Wirkungen verstärken, etwa mit Opioiden, Benzodiazepinen oder manchen Antihistaminika, also manchen Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmitteln. Cannabis kann außerdem den Abbau anderer Medikamente in der Leber verändern. Mehr dazu im Modul Wer besser verzichtet. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, fragt in der Arztpraxis oder Apotheke nach. Ärztinnen und Ärzte haben Schweigepflicht.

Andere Drogen

  • Ecstasy und Speed: Schwindel, Übelkeit, Erbrechen bis zum Kreislaufkollaps. Unter THC bleibt die von Ecstasy erhöhte Körpertemperatur länger hoch.
  • Ecstasy, Speed, Kokain: Wer sie mit Cannabis mischt, bekommt häufiger psychotische Symptome.
  • LSD, Pilze und andere Psychedelika: Die Wirkung verstärkt sich, Übelkeit und Erbrechen sind häufig, eine Psychose kann leichter ausgelöst werden.
  • Unbekannte Herkunft: In Cannabis vom Schwarzmarkt können synthetische Cannabinoide stecken, die deutlich stärker wirken. Mehr dazu im Modul Wenn es zu viel wird.

Warnzeichen

Krämpfe, Schwindel, Ohnmachtsgefühle, Kopfschmerzen, plötzliche Müdigkeit, blasse und feuchte Haut, schneller Puls, Bewusstlosigkeit, stockende oder schwere Atmung, blaue Lippen.

Im Notfall

1. Ruf die 112. 2. Ist die Person bewusstlos, atmet aber normal, bring sie in die stabile Seitenlage. Atmet sie nicht oder nicht normal, ruf die 112 und folge den Anweisungen der Leitstelle. 3. Lass sie nicht allein. 4. Sag dem Rettungsdienst, was genommen wurde, soweit du es weißt, und gib Reste mit.

Keine Angst: Ärztinnen und Ärzte haben Schweigepflicht. Bei Fragen zu einer möglichen Vergiftung, auch wenn ein Kind etwas gegessen hat, hilft in NRW die Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn unter 0228 19240, rund um die Uhr.

Quellen

Kurz erklärt

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