- Offen reden hilft, Wechselwirkungen mit Medikamenten und Probleme bei einer Narkose zu vermeiden.
- Was du in der Praxis erzählst, fällt unter die ärztliche Schweigepflicht.
- Vor einer Operation den Konsum im Vorgespräch oder im Narkose-Fragebogen angeben.
Warum es sich lohnt
THC und CBD können beeinflussen, wie Medikamente wirken, etwa Antidepressiva oder Gerinnungshemmer. Die American Heart Association empfiehlt deshalb, im medizinischen Alltag nach Cannabis zu fragen, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Deutsche Fachleute für Anästhesie raten, vor einer Operation gezielt nach Cannabis und cannabisbasierten Medikamenten zu fragen. Du kannst es einfacher machen, indem du es selbst ansprichst.
Die Schweigepflicht
Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker machen sich strafbar, wenn sie ein Geheimnis, das ihnen im Beruf anvertraut wurde, unbefugt weitergeben (§ 203 StGB). Auch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte müssen die ärztliche Schweigepflicht beachten (§ 8 Arbeitssicherheitsgesetz). Weitergeben darf die Praxis etwas nur mit deiner Einwilligung, wenn ein Gesetz es erlaubt oder ausnahmsweise, um andere zu schützen. Ein Beispiel für so eine Ausnahme: Jemand ist durch Medikamente oder Drogen fahruntüchtig und fährt trotzdem Auto. Auch dann muss die Ärztin oder der Arzt dich in der Regel zuerst darauf hinweisen.
Vor Narkose und Operation
Sag im Vorgespräch oder im Narkose-Fragebogen ehrlich, ob, wie oft und seit wann du konsumierst. Deutsche Fachleute für Anästhesie nennen dafür mehrere Gründe:
- Bei Menschen, die Cannabis konsumieren, wirkt das Narkosemittel oft schwächer, sie brauchen eine höhere Dosis.
- Wer regelmäßig viel konsumiert, hat ein höheres Risiko für Komplikationen an Herz und Lunge und für Übelkeit und Erbrechen nach der Narkose.
- Nach der Operation werden oft mehr Schmerzmittel gebraucht.
- Wer bei einem planbaren Eingriff akut berauscht ist, bei dem wird der Termin unter Umständen verschoben.
Ob du vorher weniger oder gar nichts nehmen solltest, klärst du am besten im Vorgespräch.
Schwangerschaft und Kinderwunsch
Sag es auch in der Frauenarztpraxis und der Hebamme. Warum der Verzicht in Schwangerschaft und Stillzeit empfohlen wird, steht im Modul Wer besser verzichtet.
Medikationsplan
Wer mindestens drei verordnete Medikamente gleichzeitig anwendet, hat Anspruch auf einen Medikationsplan. Darin stehen auch Mittel, die du ohne Rezept nimmst (§ 31a SGB V). Nimm ihn zu jedem Termin mit und sag Cannabis und CBD-Produkte dazu.
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Vorher notieren
- Wie oft konsumierst du, und seit wann?
- In welcher Form: rauchen, verdampfen, essen?
- Mit Tabak?
- Wann zuletzt?
- Alkohol, CBD-Produkte, andere Substanzen?
- Alle Medikamente, auch ohne Rezept, oder den Medikationsplan
- Was dir aufgefallen ist: Schlaf, Stimmung, Husten, Herzklopfen, Gedächtnis
- Schwanger oder Kinderwunsch?
Fragen an die Praxis
- Verträgt sich das mit meinen Medikamenten?
- Muss ich vor einer Narkose oder Untersuchung etwas beachten?
- Wo bekomme ich Beratung, wenn ich weniger konsumieren möchte?
Vor einer Operation
- Konsum im Vorgespräch oder Narkose-Fragebogen angeben
- Klären, ob ich vorher weniger oder nichts nehmen soll
Quellen
- Pharmazeutische Zeitung, „Cannabis als Interaktionspartner“, 19.01.2022
- American Heart Association, Scientific Statement zu Cannabis und Herz-Kreislauf, 05.08.2020 (Screening im klinischen Umfeld gegen Wechselwirkungen)
- Anästhesisten im Netz (BDA mit DGAI), „Cannabis-Konsum beeinträchtigt Narkose“, 13.02.2020
- Stein, Fricke, Leffler, „Hat medizinisches Cannabis oder Cannabiskonsum einen Einfluss auf das perioperative anästhesiologische Management?“, Die Anaesthesiologie 2023 (Zusammenfassung)
- Kraft, Stromer, „Der Einfluss von Cannabis und Cannabinoiden auf Anästhesie und Analgesie in der perioperativen Phase“, Der Schmerz 2020 (Zusammenfassung)
- § 203 StGB
- § 8 Arbeitssicherheitsgesetz
- Bundesärztekammer und KBV, „Hinweise und Empfehlungen zur ärztlichen Schweigepflicht, Datenschutz und Datenverarbeitung in der Arztpraxis“, Stand 01.10.2025
- § 31a SGB V